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Die Befristung

An dieser Stelle sollen eine Reihe von Fragen zur Befristung erörtert werden.

Was ist Befristung? Warum wird befristet? Wann sollte man eine befristete Anstellung in Betracht ziehen? Welche Rechte und Pflichten hat man als Arbeitnehmer mit einer befristeten Anstellung? Wie lässt sich die Entscheidung für oder gegen eine befristete Anstellung treffen?  Welche Nachteile können mit der Befristung verbunden sein?

Die Befristung im Arbeitsrecht

Eine Befristung ist eine zeitlich limitierte Form eines Arbeitsvertrags für einen zuvor festgelegten Zeitabschnitt. Dies kann entweder durch Abmachung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder durch gesetzliche Bestimmungen passieren. In Deutschland gibt es viele Gründe, wegen denen ein Arbeitsvertrag befristet werden kann. Beispielsweise, wenn ein Arbeitgeber eine neue Position schafft und ein Mitarbeiter nur für eine bestimmte Zeit erforderlich ist oder wenn die Position nur vorübergehend zu besetzen ist.

Es gibt verschiedene Situationen, in denen die Befristung des Vertrags per Gesetz verlangt wird, beispielsweise beim Einsatz von Auszubildenden oder bei der Beendigung der Mitarbeit des Arbeitnehmers. In derartigen Fällen muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mindestens drei Monate vor Ende des Arbeitsvertrags schriftlich kündigen.

Befristete Verträge sind keinesfalls immer ungünstig für die Arbeitnehmerseite, sondern sie haben auch des Öfteren Vorteile gegenüber nicht befristeten Verträgen. Zum Beispiel können diese als Sprungbrett in neue Berufsfelder dienen und einen Einstieg in eine neue Branche ermöglichen. Zugleich bietet ein befristeter Vertrag Flexibilität, da dieser weniger lange bindet wie andere Arbeitsverträge und man sich problemlos an veränderte Situationen anpassen kann.

Überdies gibt es noch andere Vor- und Nachteile bei der Befristung von Beschäftigungsverhältnissen. Während sie den Unternehmen zusätzliche Flexibilität bietet, um auf Änderungen der Marktlage schnell reagieren zu können, kann es für die Mitarbeiter schwierig sein, sich finanziell abzusichern, da sie keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung haben.

Doch in einer Menge von Fällen befristete Verträge haben mehr Chancen als Risiken mit sich vor allen Dingen für junge Menschen auf Jobsuche oder ältere Personen, die ihr Glück in einer neuen Branche finden möchten.


Gründe für eine Befristung 

Es gibt einige Gründe, weshalb ein Beschäftigungsverhältnis befristet ist. Unter anderem kommt es vor, dass es sich um eine neue Stelle handelt, bei der nicht feststeht, ob sie erhalten bleibt. In solchen Fällen wird häufig auf eine befristete Anstellung gesetzt, um zu sehen, ob die neue Arbeitsstelle den Planungen entspricht und ob sie zukünftig gebraucht wird.

Ein anderer Grund für eine Befristung könnte sein, dass der Unternehmer die Gewissheit haben möchte, dass er den Arbeitnehmer in bestimmten zeitlichen Abschnitten evaluieren kann. Auf diesem Weg kann er beobachten, ob der Angestellte seine Aufgaben wie gewünscht erledigt und ob er in Zukunft mit ihm zusammenarbeiten will.

Die Vor- und Nachteile einer Befristung für die Arbeitnehmer

Es existieren zahllose Gründe, weshalb Personen eine befristete Arbeitsstelle in Betracht ziehen. Häufig ist es die einzige Art von Arbeit, welche verfügbar ist, und in einigen Fällen ist es die passendste Variante für die persönlichen Umstände. Insgesamt können befristete Arbeitsverträge zum einen für den Arbeitnehmer und zum anderen für den Arbeitgeber Nachteile mit sich bringen, deswegen ist es wichtig, alle Vor- und Nachteile untereinander abzuwägen, bevor letztlich entschieden wird.

Die Vorteile einer befristeten Anstellung

Eine befristete Stelle kann zahlreiche Vorteile haben. Zunächst einmal verheißt sie die Möglichkeit, Erfahrungen in einer Firma oder in einem neuen Aufgabenfeld zu sammeln. Dies kann sehr nützlich sein, wenn ein Mitarbeiter anstrebt, den nächsten Karriereschritt zu gehen. Ein befristeter Arbeitsvertrag kann auch einen Weg bieten, in eine Firma einzusteigen, welche sonst schwer zu erreichen wäre.

Ein darüber hinausgehender Vorteil einer befristeten Stelle ist deren Flexibilität. Befristete Arbeitsstellen können häufig sehr gut auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden - zum Beispiel können sie Teilzeit sein oder sich auf bestimmte Zeiträume des Jahres oder Tage beschränken. Dies ist dann von großem Nutzen, falls einer weitere Verpflichtungen hat, denen er unbedingt nachkommen muss, beziehungsweise falls jemand seinen Lebensstil möglichst frei halten möchte.



Nachteile einer befristeten Anstellung

Ohne Zweifel gibt es auch etliche Nachteile, vor der Entscheidung für eine befristete Stelle zu berücksichtigen. Ein ziemlich offenkundiger Nachteil ist die Unsicherheit über die Zukunft - sowohl was den Job als auch das Gehalt betrifft. Wenn ein Arbeitnehmer Beginn an weiß, dass sein Arbeitsverhältnis nur vorübergehend ist, kann dies zu seelischen Belastungen und Sorgen führen und es fällt ihm möglicherweise schwerer, sich voll und ganz auf seine Aufgaben zu konzentrieren.

Ein erheblicher Nachteil von befristeten Arbeitsverträgen ist, dass man eventuell keine so guten Arbeitsbedingungen hat wie festangestellte Beschäftigte. Dies bedeutet in den meisten Fällen eine geringere Anzahl Urlaubstage, weniger Gehalt sowie eingeschränkte Sozialleistungen. Selbst wenn jemand im Laufe der Zeit mehr Verantwortung trägt sowie mehr Leistung zeigt, ist es oft schwierig, dies in Form von Lohnerhöhungen beziehungsweise anderen Vorteilen honoriert zu bekommen.

Ein häufiges Problem, das mit befristeten Arbeitsverträgen einhergeht, ist die damit verknüpfte Unsicherheit für den Mitarbeiter. Der Angestellte kann seine berufliche Zukunft nicht planen, weil er kaum weiß, ob und wann er eine Verlängerung des Vertrags bekommen wird. Auch hat der Beschäftigte keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung beziehungsweise soziale Absicherung, welche er bei nicht befristeten Arbeitsverträgen prinzipiell hat.

Für Beschäftigte ist es außerdem fast unmöglich, eine Kredit- oder Hypothekenfinanzierung zu kriegen, solange sie nur mit einer Befristung angestellt sind. Da die Kreditinstitute ihnen auch keine langfristige Sicherheit bieten können, müssen die davon betroffenen Mitarbeiter andere Finanzinstrumente nutzen oder auf andere Einkommensquellen zurückgreifen.

Schließlich machen es befristete Beschäftigungsverhältnisse dem Beschäftigten schwer, sich im Beruf weiterzuentwickeln. Da sie in der Regel nicht wissen, ob und wie lange sie bei ihrem Arbeitgeber bleiben können, haben diese in vielen Fällen geringere Investition und Motivation in ihre berufliche Entwicklung. Deswegen ist es für diese Mitarbeiter schwierig, Fortschritte zu machen beziehungsweise neue Fähigkeiten zu erlernen oder auszubauen.

Die Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer in einer befristeten Anstellung

Darum ist es wichtig zu verstehen, welche Rechte und Pflichten mit einem befristeten Arbeitsverhältnis verbunden sind, um zu untermauern, dass man seine Rechte als Mitarbeiter voll einfordert und zeitgleich selbstverantwortlich handelt. Darum ist es angebracht, den Vertrag sorgfältig zu lesen und mögliche Fragen beziehungsweise Unklarheiten mit seinem Arbeitgeber oder dem Betriebsrat zu erörtern, um die Gewissheit zu haben, dass man alle Details seiner befristeten Anstellung verstanden hat.


Die Rechte des Arbeitnehmers in einer befristeten Anstellung

Ein Angestellter, welcher eine befristete Anstellung hat, besitzt in den meisten Fällen dieselben Rechte wie ein Mitarbeiter in Vollzeit. Dazu gehören der Anspruch auf:

•    Mitbestimmung durch einen Betriebsrat oder eine Gewerkschaft
•    gesetzlichen Mindestlohn und alle gesetzlichen Lohngarantien
•    Urlaubstage gemäß Bundesgesetz und Tarifvertrag
•    Schutz vor Diskriminierung und Benachteiligung am Arbeitsplatz

Die Pflichten des Arbeitnehmers in einer befristeten Anstellung

Mitarbeiter, die einen befristeten Arbeitsvertrag eingegangen sind, haben in der Regel die gleichen Pflichten wie die Mitarbeiter mit unbefristeten Arbeitsverträgen. Zum Beispiel haben sie die Pflicht, die:

•    vom Arbeitgeber festgelegte Kleidung anzuziehen und sich dem Dresscode zu unterwerfen
•    vom Arbeitgeber festgelegten Anforderungen zu erfüllen
•    Arbeitsbedingungen des Arbeitgebers einzuhalten

Fehlender Kündigungsschutz für befristete Arbeitsstellen

Freilich gibt es etliche Unterschiede zwischen befristeten Arbeitsplätzen sowie Stellen mit Vollzeit, vor allem im Hinblick auf den Kündigungsschutz: Eine befristete Arbeitsstelle ist üblicherweise lediglich auf eine bestimmte Zeit aufgelegt und endet automatisch mit Ablauf des Termins. Nachdem der befristete Vertrag abgelaufen ist, kann ein betroffener Arbeitnehmer nicht mehr juristisch dagegen vorgehen, wenn er entlassen wird - im Unterschied zu in Vollzeit beschäftigten Mitarbeitern, die bis auf wenige Ausnahmen mittels Kündigungsschutzgesetze geschützt sind.

Die telefonische Soforthilfe der ArbeitnehmerHilfe Düsseldorf e.V.

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